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In Edelmetalle investieren: 4 Metalle, ein cleveres Depot

In Edelmetalle investieren: 4 Metalle, ein cleveres Depot

Gold hat einen festen Platz im Portfolio. Das weiß ja jeder. Aber Gold ist nur eines von vier Edelmetallen, die du als Anleger auf dem Schirm haben solltest.

Aber wusstest du, dass dein Smartphone ohne Palladium nicht funktionieren würde? Oder dass Silber das vielseitigste Industriemetall der Welt ist? Und dass Platin seltener ist als Gold, aber trotzdem günstiger?

Edelmetalle sind faszinierend, und sie sind mehr als nur glänzende Krisenversicherung. Wenn du in Edelmetalle investieren möchtest, hast du heute viele Möglichkeiten und für die beste brauchst du noch nicht einmal einen Tresor.

In diesem Beitrag schauen wir uns alle vier Edelmetalle genau an: Gold, Silber, Platin und Palladium. Du erfährst, was sie voneinander unterscheidet, welche Rolle sie in deinem Depot spielen können, und wie du ganz konkret in Edelmetalle investieren kannst, ohne je einen Barren in die Hand zu nehmen.

In Edelmetalle investieren: Was dein Depot davon hat

Edelmetalle sind Rohstoffe

Edelmetalle gehören zur Anlageklasse der Rohstoffe. Die haben eine Eigenschaft, die sie für dein Depot besonders wertvoll macht: Sie entwickeln sich oft unabhängig von Aktien und Anleihen.

Wenn die Börsen crashen, steigt Gold häufig. Wenn Inflation das Geld frisst, behalten Edelmetalle ihren realen Wert. Wenn geopolitische Spannungen die Märkte nervös machen, suchen Anleger Sicherheit in Metallen, die keine Schulden haben und keine Insolvenz riskieren.

Edelmetalle zahlen keine Dividende und produzieren keine Gewinne. Ihr Wert liegt nicht im Wachstum, sondern in der Stabilität.

Das klingt nach wenig, ist aber viel wert. Denn ein Depot, das nur aus Aktien besteht, kann in Krisenzeiten heftig schwanken. Dann spielen Edelmetalle ihren Vorteil als Puffer aus, der genau dann funktioniert, wenn der Rest des Depots unter Druck gerät.

Wie viel Anteil an Edelmetallen im Portfolio macht Sinn?

Als Orientierung gilt: zwischen fünf und fünfzehn Prozent deines investierten Vermögens sind ein sinnvoller Rahmen für Gold. Wenn du dich intensiv mit dem Thema beschäftigst und bewusst auf Stabilität setzt, kannst du je nach Risikoneigung auch bis zu zwanzig Prozent halten.

Der aktuelle „In Gold We Trust“-Report, einer der meistbeachteten Goldreporte weltweit, empfiehlt sogar bis zu vierzig Prozent in Gold, Bitcoin und Edelmetalle zu investieren, aufgeteilt in Sicherheits-, Performance- und Spekulationsanteil. Das ist eine mutige These, aber sie zeigt, wie ernst professionelle Anleger Edelmetalle inzwischen nehmen.

Entscheidend ist weniger die genaue Zahl als die Überlegung dahinter:

Edelmetalle sind kein Renditetreiber, sondern ein Stabilitätsbaustein.

Wer das versteht, findet seinen eigenen richtigen Anteil.

Die vier Edelmetalle im Vergleich

Wenn du in Edelmetalle investieren möchtest, lohnt es sich, die vier großen Metalle erst einmal wirklich zu verstehen. Denn sie sind nicht einfach verschiedene Versionen desselben Dings. Sie haben unterschiedliche Charaktere:

GoldSilberPlatinPalladium
Marktgrößesehr großmittelkleinsehr klein
Industrieanteil~10 %~55 %~65 %~85 %
Wichtigste FörderländerChina, Australien, RusslandMexiko, Peru, ChinaSüdafrika (70 %!)Russland, Südafrika
EinsatzzweckReservewährung der ZentralbankenSolarpanels, ElektronikKatalysatoren, WasserstoffBenzin-Katalysatoren

Gold: der ruhige Anker

Gold ist die Mutter aller Edelmetalle, und das aus gutem Grund. Mit Abstand der größte und liquideste Markt, gehalten von Zentralbanken rund um den Globus als strategische Reserve. Der Industrieanteil ist mit rund zehn Prozent vergleichsweise gering. Das bedeutet: Goldinvestments reagieren kaum auf Konjunkturschwankungen, dafür stark auf geopolitische Unsicherheit, Inflation und Vertrauen in das Finanzsystem.

Gold ist das einzige Edelmetall, das primär als Wertaufbewahrungsmittel funktioniert, nicht als Industrierohstoff.

>> Mehr über die verschiedenen Möglichkeiten, in Gold zu investieren, findest du hier: Mit 3 glänzenden Möglichkeiten in Gold investieren.

Silber: der Wilde unter den Edelmetallen

Silber ist Gold mit Turbo. Es verhält sich in ruhigen Zeiten ähnlich wie Gold, reagiert in beide Richtungen aber heftiger. Denn der Silbermarkt ist deutlich kleiner als der Goldmarkt. Kleinere Märkte bedeuten mehr Bewegung bei gleichem Kapitalfluss. Wer in Edelmetalle investieren und dabei mehr Dynamik ins Depot holen möchte, schaut sich Silber an.

Silber hat einen hohen Industrieanteil von rund 55 Prozent: Es steckt in Solarpanels, Elektronik, Medizingeräten und Batterien. Die Energiewende hat die industrielle Nachfrage nach Silber in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Silber ist das einzige Edelmetall, das gleichzeitig Krisenversicherung und Industrierohstoff ist. 

Platin: selten, aber unterschätzt

Platin ist tatsächlich seltener als Gold. Und trotzdem günstiger, zumindest beim Preis pro Feinunze. Das ist historisch eine Ausnahme, denn lange Jahre war Platin teurer als Gold. Der Preisverfall hat vor allem strukturelle Gründe: Platin wird hauptsächlich in Diesel-Katalysatoren eingesetzt, und die Dieselnachfrage ist seit dem Dieselskandal nicht mehr das, was sie einmal war.

Gleichzeitig öffnet sich eine neue Perspektive: Platin spielt eine wichtige Rolle in der Wasserstoff-Brennstoffzelle. Wer also glaubt, dass Wasserstoff als Energieträger an Bedeutung gewinnt, hat mit Platin ein interessantes Langfristthema.

Besonders auffällig: Rund 70 Prozent der weltweiten Platinproduktion kommen aus Südafrika. Diese Konzentration macht den Markt anfällig für politische und logistische Störungen.

Platin ist das Edelmetall mit dem interessantesten Comeback-Potenzial, wenn du an die Wasserstoffwirtschaft glaubst.

Palladium: der Spezialist mit Klumpenrisiko

Palladium ist das Edelmetall mit dem höchsten Industrieanteil, rund 85 Prozent des Palladiums landen in Benzin-Katalysatoren. Das macht es zum direkten Spielball der Automobilindustrie. Geht es der Autobranche gut, steigt die Nachfrage. Wächst der Anteil von Elektroautos, sinkt sie.

Dazu kommt eine gefährliche geografische Konzentration: Russland und Südafrika produzieren zusammen über 75 Prozent des weltweiten Palladiums. Politische Risiken sind hier keine abstrakte Theorie, sondern direkte Preistreiber.

Palladium ist kein Metall für Einsteiger. Es ist volatil, der Markt ist klein, und die Abhängigkeit von der Automobilindustrie ist enorm.

in Edelmetalle investieren

So kannst du in Edelmetalle investieren

Du hast jetzt ein gutes Bild davon, was die vier Metalle ausmacht. Jetzt kommt die praktische Frage: Wie kaufst du das eigentlich?

Du hast im Wesentlichen vier Wege.

  1. physisch, als Barren oder Münzen
  2. als Schuldschein auf eine physische Hinterlegung (ETC)
  3. als Rohstoffkorb- oder Minen-ETF
  4. als Zertifikat oder Future

1. Physisch: du hältst das Metall wirklich in der Hand

Der direkteste Weg ist der Kauf von echten Barren oder Münzen im Goldhandel, z.B. bei Degussa. Das funktioniert für alle vier Metalle, aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Gold ist in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit. Bei Silber, Platin und Palladium zahlst du dagegen 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Kaufpreis. Das ist ein erheblicher Kostennachteil, der deine Rendite von Anfang an belastet.

Lange galt ein Zollfreilager als Ausweg, um die Mehrwertsteuer auf Silber zu umgehen. Aber durch neue Vorgaben des Bundesfinanzministeriums ist diese Möglichkeit in deutschen Zollfreilagern entfallen.

Für physische Edelmetalle, nicht nur Gold, gilt: Gewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

Eine weitere Belastung für deine Rendite ist die sehr hohe Differenz zwischen Kaufs- und Verkaufspreis (der sogenannte Spread), der vor allem für kleine Barren oder Münzen mit bis zu 25 % zu Buche schlägt.

Barren und Münzen haben so einige Nachteile, u.a. Aufbewahrung, Spread und ggfs. Mehrwertsteuer.

Exkurs: warum sind die Gewinne nach einem Jahr steuerfrei?

Der Grund liegt im Steuerrecht, genauer gesagt in § 23 EStG, den sogenannten privaten Veräußerungsgeschäften. Das Finanzamt unterscheidet nämlich zwischen verschiedenen Arten von Vermögenswerten.

Aktien und ETFs unterliegen der Abgeltungssteuer, egal wie lange du sie hältst. Alle 4 Edelmetalle, außerdem alle Kryptowährungen, Devisen, Edelsteine und Sammlerstücke wie Kunst oder Oldtimer werden dagegen als „andere Wirtschaftsgüter“ eingestuft. Für diese gilt: Wer länger als ein Jahr wartet, verkauft steuerfrei.

§ 23 EStG belohnt Geduld. Wer Edelmetalle länger als zwölf Monate hält, zahlt auf seine Gewinne keinen Cent Steuer.

Innerhalb des Jahres allerdings werden Gewinne mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, nicht mit der Abgeltungssteuer. Wenn du gut verdienst, zahlst dann schnell mehr als die üblichen 25 Prozent.

Wenn du also physisch in Edelmetalle investieren solltest, dann hebe unbedingt den Kassenzettel aus dem Goldhandel auf.

2. ETC: Edelmetalle bequem im Depot

Wenn du in Edelmetalle investieren möchtest, ohne dich um Lagerung und Versicherung zu kümmern, und ohne unter dem hohen Spread zu leiden, sind physisch besicherte ETC die sauberste Lösung. Das sind Wertpapiere, strenggenommen Schuldverschreibungen, die du wie eine Aktie über dein Depot kaufst. Sie bilden den Metallpreis nach, und bei ETC mit Auslieferungsoption greift dieselbe Steuerfreiheit wie beim physischen Kauf.

Mit physisch besicherten ETC kannst du ohne die Nachteile physischer Barren oder Münzen in Edelmetalle investieren.

Hier findest du eine lange Liste von handelbaren Edelmetall-ETC.

Aber Vorsicht: für die Steuerfreiheit kommt es nicht nur auf die physische Bescherung, sondern v.a. auf die Auslieferungsoption an. Das ist nicht so leicht zu erkennen. Solche ETC zu erkennen erfährst du in meinem Kurs Fortgeschrittenen-Kurs Geld anlegen ohne Bankberater.

Wenn du nicht auf ein einzelnes Metall setzen möchtest, findest du auch ETC, die einen Korb aus mehreren Edelmetallen abbilden, also Gold, Silber, Platin und Palladium in einem Produkt, z.B. diesem hier.

>> Wie ETC funktionieren, was sie von ETF unterscheidet und worauf du bei der Auswahl achten solltest, habe ich in diesem Beitrag ausführlich erklärt: Gold ETF oder ETC: die drei entscheidenden Unterschiede.

3. ETF: über Rohstoffkörbe und Minen in Edelmetalle investieren

Einen reinen Gold-ETF oder Silber-ETF gibt es in Europa aus regulatorischen Gründen nicht, das weißt du bereits aus dem verlinkten Beitrag. Wenn du auf Edelmetall-ETF triffst, dann sind das entweder:

  • Breite Rohstoff-ETFs, die neben Edelmetallen auch Energie und Agrarprodukte enthalten. Wer eine breite Rohstoffallokation sucht und Edelmetalle als einen Baustein davon sieht, ist hier gut aufgehoben. Hier findest du eine Übersicht über Rohstoff-ETF.
  • Minen-ETFs. Diese investieren in Aktien von Bergbauunternehmen und reagieren mit Hebel auf Metallpreisbewegungen. Wenn der Metallpreis steigt, steigen Minenbetreiber oft überproportional. Wenn er fällt, fallen sie tiefer. Wer also eine gehebelte Wette auf Metallpreise sucht und dabei Dividenden mitnehmen möchte, schaut sich Minen-ETFs an, wie z.B. diesen hier.

Es gibt keinen ETF nur auf ein Edelmetall. Ein ETF enthält immer verschiedene Rohstoffe, Metalle oder Minenbetreiber.

4. Zertifikate, Futures und Optionen: für Fortgeschrittene

Es gibt noch eine andere Welt, die ich der Vollständigkeit halber kurz erwähnen möchte: Hebelprodukte wie Zertifikate, Futures und Optionen auf Edelmetalle. Sie ermöglichen es, auf steigende oder fallende Metallpreise zu setzen, mit deutlich mehr Risiko in beide Richtungen.

Das sind Instrumente für erfahrene Trader, die wissen, was sie tun. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie nicht gedacht, und als Einstieg ins Investieren in Edelmetalle erst recht nicht.

In Edelmetalle investieren: was das Finanzamt dazu sagt

Steuern auf Edelmetalle sind kein einheitliches Thema. Je nachdem, wie du investierst, gelten komplett unterschiedliche Regeln. Deshalb lohnt es sich, das einmal sauber auseinanderzunehmen.

Physische Edelmetalle: Steuerfreiheit nach einem Jahr

Für physische Edelmetalle, also nicht nur Gold, sondern genauso Silber, Platin und Palladium, gilt in Deutschland: Gewinne aus dem Verkauf sind nach einem Jahr Haltedauer vollständig steuerfrei. Denn diese gelten als privates Veräußerungsgeschäft und unterliegen nicht der Abgeltungssteuer.

Der Unterschied liegt beim Kauf: Gold ist von der Mehrwertsteuer befreit. Silber, Platin und Palladium kosten beim physischen Kauf 19 Prozent Mehrwertsteuer obendrauf. Das ist ein echter Kostennachteil, der deine Einstiegshürde erhöht.

Wer physisches Silber, Platin oder Palladium kauft, zahlt Mehrwertsteuer beim Kauf. Die Kursgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer dann genauso steuerfrei wie bei Gold.

Verkaufst du innerhalb des ersten Jahres, fallen Gewinne oberhalb der Freigrenze von 1.000 Euro nicht unter die Abgeltungssteuer, sondern werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Wer gut verdient, zahlt dann mehr als nur die 25 Prozent Abgeltungssteuer.

ETC: es kommt drauf an

Damit du beim Edelmetall-Kauf auch von der Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer profitieren kannst, achte auf zwei ganz wichtige Eigenschaften:

  1. physische Besicherung
  2. eine Option zur Auslieferung deines Anteils des Edelmetalls.

Wenn beides zutrifft, dann behandelt der Gesetzgeber deinen ETC wie das physische Edelmetall. Es ist also steuerfrei nach einem Jahr Haltedauer (Klassifizierung als privates Veräußerungsgeschäft). Aber Achtung! Das steht manchmal nur im Kleingedruckten. „Physical“ im Name bedeutet noch lange nicht Steuerfreiheit!

Die Steuerfreiheit ist ein echtes Argument, beim Investieren in Edelmetalle zu ETC mit Auslieferungsoption zu greifen, statt zu einem Rohstoff-ETF.

ETF und Zertifikate: Abgeltungssteuer

Für Rohstoff-ETFs, Minen-ETFs und Zertifikate gilt ohne Ausnahme die Abgeltungssteuer. Kein steuerlicher Sonderstatus, keine Jahresfrist. Gewinne werden wie alle anderen Kapitalerträge behandelt.

Übrigens: Das gilt auch für andere Industriemetalle

Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt: Wer in Edelmetalle investieren will, landet früher oder später auch bei den klassischen Industriemetallen. Die Anlagemöglichkeiten sind dieselben: physischer Kauf, ETC, Rohstoff-ETF oder Minen-ETF. Wer also verstanden hat, wie er in Edelmetalle investieren kann, hat das Handwerkszeug für die gesamte Rohstoffwelt bereits in der Hand.

Aber Vorsicht: die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer gilt nicht für Industriemetalle.

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Fazit: In Edelmetalle investieren mit Plan

Wenn du in Edelmetalle investieren möchtest, triffst du vier sehr verschiedene Entscheidungen:

  • Gold ist Stabilität.
  • Silber ist Dynamik.
  • Platin ist eine Wette auf die Zukunft.
  • Palladium ist ein Spezialistentool.

Was sie alle verbindet: Sie reagieren anders als Aktien und Anleihen, sie schützen langfristig vor Inflation, und sie lassen sich heute ohne Tresor und ohne großen Aufwand ins Depot holen.

Die Steuerfrage ist dabei kein Nebenschauplatz. Wer die richtigen Produkte wählt, also physisch besicherte ETC mit Auslieferungsoption, zahlt nach einem Jahr Haltedauer keine Steuer auf seine Gewinne. Das ist ein Vorteil, den kaum eine andere Anlageklasse bietet.

FAQ

Warum sollte ich in Edelmetalle investieren?

Wer in Edelmetalle investieren möchte, sucht meistens eines: Stabilität. Edelmetalle entwickeln sich oft unabhängig von Aktien und Anleihen, schützen langfristig vor Inflation und reagieren auf geopolitische Unsicherheit. Sie zahlen keine Dividende und wachsen nicht wie ein Unternehmen. Aber sie federn extreme Schwankungen im Depot ab, genau dann, wenn andere Anlageklassen unter Druck geraten.

In welches Edelmetall investieren: Gold, Silber, Platin oder Palladium?

Für Einsteiger, die in Edelmetalle investieren möchten, ist Gold der sinnvollste Einstieg. Es ist der größte und liquideste Markt, wenig konjunkturabhängig und steuerlich besonders attraktiv. Silber bietet mehr Dynamik, Platin ein interessantes Langfristthema rund um Wasserstoff. Palladium ist aufgrund seiner engen Abhängigkeit von der Automobilindustrie und der kleinen Marktgröße eher etwas für erfahrene Anleger.

Wie kann ich in Edelmetalle investieren, ohne sie physisch zu besitzen?

Wer in Edelmetalle investieren möchte, ohne Barren im Tresor zu lagern, nutzt am besten physisch besicherte ETC. Diese Wertpapiere bilden den Metallpreis nach, lassen sich bequem über das Depot kaufen und bieten bei Vorhandensein einer Auslieferungsoption dieselbe steuerliche Behandlung wie physisches Gold. Alternativ gibt es Rohstoff-ETFs und Minen-ETFs, die allerdings der Abgeltungssteuer unterliegen.

Ist es sinnvoll, in Edelmetalle zu investieren und dabei auf Steuerfreiheit zu achten?

Ja, definitiv. Wer in Edelmetalle investieren und dabei die Steuervorteile nutzen möchte, achtet bei der Produktwahl auf zwei Dinge: physische Besicherung und eine Auslieferungsoption. Nur wenn beides zutrifft, gilt der ETC steuerlich wie physisches Gold oder Silber, also steuerfrei nach einem Jahr Haltedauer. Rohstoff-ETFs und Minen-ETFs bieten diesen Vorteil nicht.

Wie viel meines Depots sollte ich in Edelmetalle investieren?

Als Orientierung gelten fünf bis fünfzehn Prozent deines investierten Vermögens in Gold, Edelmetalle und Bitcoin. Wer bewusst auf Stabilität setzt, kann je nach Risikoneigung auch bis zu zwanzig Prozent halten. Entscheidend ist nicht die genaue Zahl, sondern die Überlegung dahinter: Edelmetalle sind nicht unbedingt ein Renditetreiber, sondern eher ein Stabilitätsbaustein. Wer das versteht, findet seinen eigenen richtigen Anteil.

Warum ist in Edelmetalle investieren nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei?

In Edelmetalle investieren in physischer Form (Barren, Münzen, manche ETC) wird in Deutschland nicht wie das Investieren in Aktien behandelt. Der Gesetzgeber stuft sie als „andere Wirtschaftsgüter“ ein, und für die gilt § 23 EStG: Wer ein Wirtschaftsgut länger als zwölf Monate hält, verkauft die Gewinne steuerfrei. Aktien und ETFs unterliegen dagegen der Abgeltungssteuer, egal wie lange du sie im Depot hast. Wer innerhalb des ersten Jahres verkauft, zahlt auf seine Gewinne oberhalb der 1.000 Euro-Freigrenze aber den persönlichen Einkommensteuersatz, der je nach Einkommen höher ausfallen kann als die üblichen 25 Prozent Abgeltungssteuer.

Hallo, hier schreibt Karina!

Hi, ich bin Karina Metzdorf: zertifizierte Börsenhändlerin und Finanzanlagenfachfrau (IHK), Diplom-Ingenieurin und seit 2012 aktive Investorin mit eigenem Depot.

Ich investiere selbst in Aktien, ETF und Bitcoin und teile hier mein Wissen mit dir: praxisnah, mit System und einer Prise Humor.

Ich bin regelmäßig zu Gast als TV-Expertin bei ntv und schreibe eine monatliche Kolumne für Finanzielle.

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